Paupys
© Norbert Tukaij

Durch Trennen verbinden

architectum Ausgabe #31

Paupys
© Norbert Tukaij

Mehrfamilienprojekt

in Litauen

Paupys
© Norbert Tukaj

Verwendete Produkte

Koramic Vauban Burgundy; Penter; Terca

Durch Trennen verbinden

Wie können sechs Wohneinheiten so gestaltet werden, dass sie einerseits ein großes Ganzes ergeben und gleichzeitig optisch kleinteilig und offen bleiben? Diese scheinbar konträren Anforderungen vereint ein Mehr­familienprojekt in Litauen.

Ein Mehrfamilienprojekt in Litauen

Eine Skyline wie aus dem Bilderbuch zeichnet sich am Himmel der litauischen Hauptstadt Vilnius, ganz in der Nähe des Flusses Vilnia ab. Sechs verschiedenfärbige Ziegelgebäude reihen sich hier zwischen Ufer und Stadtgebiet und bilden gemeinsam den Mehrfamilienwohnkomplex Paupys. Das Gebiet sollte revitalisiert werden und wurde nun mit einem Entwurf des Teams von Architektūros linija aufgewertet. Auf dem trapezförmigen Grundstück direkt neben dem Hauptplatz des Ortes erhebt sich das moderne Wohnviertel auf 8.000 m2.
 
Die Architekten legten großen Wert auf traditionelle Bauprinzipien und fügten Paupys harmonisch in die Landschaft ein. „Die Volumina der Gebäude schrumpfen und senken sich Richtung Ufer hin, wodurch ein allmählicher Übergang vom Stadtkern zum Fluss entsteht“, so Architektūros linija.

Von groß nach klein

In Richtung Stadt zeigt sich eine durchgehende, fünfgeschossige Backsteinfassade in Rot mit akzentuierten, rechteckigen Loggia-Rechtecken. Die Straße auf der linken Seite des Blocks und die Fußgängerpassage auf der rechten Seite werden durch dezentere Pflasterungen gesäumt, die sich optisch voneinander abheben, um nicht massiv zu wirken, aber trotzdem ein großes Ganzes zu ergeben. Entlang der Uferpromenade der Vilnia stehen schließlich drei separate Gebäude mit je zwei oder drei Stockwerken. Sie ermöglichen Ein- und Ausblicke in und aus dem Innenhof und so verbinden auf diese Weise die Uferpromenade mit dem Wohnviertel. Die Zugänge zu den Treppenhäusern sind nur vom inneren Hof aus möglich, der von allen Seiten durch vier abschließbare Tore begangen werden kann.

Die Kombinationen machen es aus

Gestalterisch dominieren rot-braun-graue Ziegelfassaden das gesamte Quartier. Die Komposition der Fenster und Balkone in verschiedenen Größen ist malerisch und verspielt, aber doch klar strukturiert. Zu den Keramikmustern kombinierten die Architekten unterschiedliche Details wie Überdachungen und Glaselemente. Das Dach des höchsten Gebäudes in Stadtnähe ist mit Ziegeln gedeckt, die Dächer der anderen Einheiten sind aus verzinktem Kupferblech. Auf diese Weise soll Paupys an die Industriegebäude erinnern, die einst an diesem Ort standen und immer noch wichtiger Teil des Stadtbilds sind. 

Paupys
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