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Ausgabe #23

Dank der unterschiedlichen Ziegel und ihrer ebenso vielfältigen Strukturen konnten wir auf die Umgebung reagieren und zu einem Dialog zwischen Alt und Neu, zwischen Leichtigkeit und Schwere aufrufen.

Nikolaj Harving, Projekt Manager von COBE Architects Denmark

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Nikolaj Harving – COBE

SANIERUNG EINES HISTORISCHEN ORTES IN MODERNEM ZIEGEL

Interview

Die historischen Lagerhäuser und Kontore im Hafen von Kopenhagen zählen zu den schönsten Industriegebieten in Dänemark. Krøyers Plads blieb lange Zeit unberührt: Viele Projektentwickler befassten sich mit dem verlassenen Gebiet und schlugen Konzepte vor, die aber alle von der örtlichen Bevölkerung abgelehnt wurden. Am Ende wurde entschieden, über die Bebauung auf partizipatorische und direkte demokratische Weise zu entscheiden. Nikolaj Harving spricht über seine erfolgreiche Herangehensweise.

Sie haben mehrere Auszeichnungen für Ihr Projekt Krøyers Plads in Kopenhagen gewonnen. Könnten Sie uns mehr über das Projekt sagen?

Grundlage unseres Projekts war die Frage: Wie können wir eine interessante Wohnanlage entwerfen? Wir wollten eine Alternative zum herkömmlichen Konzept schaffen, ein bestimmtes Wohnungsmodell zu replizieren. Daher entwickelten wir 105 verschiedene Wohnungen – kleinere und größere, damit Familien, Einzelpersonen oder Paare eine Größe und ein Design passend für ihre Anforderungen wählen können. Krøyers Plads ist eine erfrischende Alternative zu den üblichen monotonen Wohngebäuden. Als wir begannen, war beabsichtigt, zwei Drittel des Gebäudes als Büroraum zu nutzen. Jetzt besteht das gesamte Gebäude ausschließlich aus Wohnungen, mit Ausnahme des Erdgeschosses, wo sich Geschäfte befinden. Dadurch ist das Erdgeschoss ein einladender, öffentlicher Raum, der das urbane Leben in der Nachbarschaft fördert.

yers Plads modern brick facade brick architecture top city view
© Rasmus Hjortshøj

Bevor Ihr Vorschlag angenommen wurde, wurden eine Menge anderer Ideen abgelehnt. Könnten Sie Ihre erfolgreiche Herangehensweise beschreiben? Wo lag der Unterschied?

Bevor unser Konzept angenommen wurde, gab es über ein Jahrzehnt lang Gespräche und Pläne. Unser Entwurf war aus mehreren Gründen überzeugend. Einer davon war die Anpassung an das historische Umfeld. Unsere starke Fokussierung auf die Nachbargebäude und die Tatsache, dass wir die Atmosphäre und Geschichte des Stadtteils in unseren Entwurf einbezogen haben, waren der Schlüssel. Die Beteiligung der Nachbarschaft in einem partizipatorischen Prozess war ein wichtiger Faktor. Wir mussten mit einer Menge Vorschriften kämpfen, da sich die Wohnanlage an einem zentralen Ort befindet und Teil des historischen Stadtzentrums von Kopenhagen ist. Letztendlich waren wir erfolgreich, da wir es geschafft haben, Größe, Materialien und den architektonischen Kontext in unseren Plänen zu vereinen.

yers Plads modern brick facade brick architecture front view
© Rasmus Hjortshøj
Krøyers Plads modern brick facade roof brick architecture
© Rasmus Hjortshøj

Was waren die Herausforderungen bei der Integration eines modernen Entwurfs in die benachbarten historischen Strukturen des Hafens?

Krøyers Plads fügt sich perfekt in die historische urbane Umgebung der Hafenfront und der Straßenlandschaft Kopenhagens ein. Fassadenproportionen, Dachhöhen und natürlich die Ausrichtung des Gebäudekomplexes spielen eine wichtige Rolle dabei, einen Ausgleich für die Schwere der Architektur zu finden. Inspiriert von den benachbarten historischen Lager- gebäuden entlang des Hafens und ihrem rauen Backstein, haben wir einen Dialog zwischen den neuen und den alten Gebäuden initiiert. Die Wahl des Materials war wichtig. In einer sehr frühen Phase entschieden wir uns dafür, die Gebäude aus Ziegel zu bauen.

Wienerberger Urban
Wienerberger Urban

Gab es irgendwelche Herausforderungen beim Entwurfsprozess?

Es gab viele. Wir bei COBE möchten stets die „übliche“ Vorgehensweise in Frage stellen. Wir mussten moderne Architektur in einen historischen Kontext einfügen. Wir haben die Gebäude im Lagerstil von vor 300 Jahren neu erfunden. Wir haben ihre Proportionen analysiert und die neuen Gebäude entsprechend entworfen. Daher stimmen die Gesimse unserer Gebäude mit denen der benachbarten älteren Gebäude überein. Der Ort stellte ebenfalls eine Herausforderung dar, denn aufgrund der Nähe zum Stadtzentrum ist die Gegend sehr teuer. Daher wollten wir dort kein generisches Gebäude bauen, sondern die Bewohner in die Planung einbeziehen – in einem demokratischen Prozess. Die strenge Konformität der Umgebung stellte eine weitere Heraus- forderung dar – der Standort befindet sich zwischen Lagern mit einem hohen Grad an Symmetrie. Zum Beispiel erscheinen die Dächer, auch wenn sie sich in der Farbe unterscheiden, wie aus einem Stück geschnitten. Dies war einer der Gründe, warum wir uns entschieden, dieselben Materialien sowohl für das Dach als auch für die Fassade zu verwenden. Wir wollten diesen Eindruck eines Monolithen bewahren.

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Alle Ziegel sehen etwas verschieden aus und schaffen dadurch eine spezielle Ästhetik der Gebäudefassade – wie wurde dies erreicht?

Die Unterschiede sind sehr subtil. Die Ziegel sind rot und schwarz, die Dachziegel haben einen schwärzlichen Farbton – sie passen zur Umgebung. Wir haben sie selbst entworfen: Die Oberfläche der Ziegel ist mit Schleifpapier angeraut, um eine vielfältige Struktur zu schaffen.

Warum war es nötig, ein neues Produkt für die- se Projekt zu schaffen?

Wir wollten in der Lage sein, unsere eigenen individuellen Ziegel zu entwerfen, um sicherzustellen, dass sie perfekt passen. Wir fanden die Vorstellung vollständig roter Gebäude äußerst interessant. Wir wollten, dass das Dach und die Fassade aus demselben Material gebaut werden, und es bestanden keine Zweifel, dass dies mit Ziegeln sein würde. Beim Besuch eines Wienerberger-Ziegelwerks in den Niederlanden erfuhren wir mehr über die vielen Designmöglichkeiten, die sie bieten und das zu einem er- schwinglichen Preis. Dies war der Ausgangspunkt unseres Weges. Die Zusammenarbeit war ein angenehmes Erlebnis und wir fanden, dass Ziegel ein inspirierendes Material sind.

 

Wienerberger Urban - Facade cladding apartment building red
Wienerberger Urban - Facade cladding clay

Können Sie beschreiben, wie Ihr Büro bei diesem Prozess mit Wienerberger zusammengearbeitet hat?

Dan Stubbergaard (Creative Director und Gründer von COBE) und ich besuchten zusammen mit unseren Partnern, Vilhelm Lauritzen Architects, mehrmals die Produktionsstätte. Der Prozess war sehr ausgereift und wir fühlten uns wie Keramikkünstler. Wir begannen, mit dem Ton zu spielen, um etwas über seine verschiedenen Eigenschaften zu erfahren. Wir arbeiteten wie Keramiker: Wir kratzten auf der Oberfläche und warfen sie in verschiedene Arten von Pulver, um die Oberfläche zu beeinflussen. Während des gesamten Prozesses der Entwicklung eines neuen Materials fanden wir die Herangehensweise von Wienerberger sehr aufgeschlossen und sehr empfänglich für unsere Anforderungen und Ideen.

 

Warum gefällt es Ihnen, mit keramischen Materialien zu arbeiten?

Vorher hatte ich den Eindruck, dass das Arbeiten mit Ziegel bedeuten würde, vorgefertigte Materialstücke zusammenzusetzen. Aber es ist ganz das Gegenteil. Man kann sein eigenes Material erstellen. Die Textur der keramischen Materialien ist sehr speziell und jeder Ziegel ist einzigartig. Das Entwickeln eines speziellen Materials für ein Projekt passt gut zur Idee von COBE, die herkömmliche Art und Weise, Dinge zu tun, in Frage zu stellen.

Wienerberger Urban red Facade cladding detail view
Wienerberger Urban - Facade cladding clay

Fassade

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