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Ausgabe #22

Historische Bausubstanz im neuen Gewand – individuelle Dachziegel

Historische Renovierung

Eine signifikante Erneuerung, kombiniert mit einem klar ablesbaren historischen Bezug, so lässt sich die umfassende Sanierung des ehemaligen Kapuzinerklosters in Dillingen, Deutschland, beschreiben. Speziell für dieses Gebäude mit seiner über 300-jährigen Geschichte wurden maßgeschneiderte Dachziegel angefertigt.
© Sienz, Kempten
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© Sienz, Kempten

Historische Bausubstanz im neuen Gewand – individuelle Dachziegel

Historische Renovierung

Eine signifikante Erneuerung, kombiniert mit einem klar ablesbaren historischen Bezug, so lässt sich die umfassende Sanierung des ehemaligen Kapuzinerklosters in Dillingen, Deutschland, beschreiben. Speziell für dieses Gebäude mit seiner über 300-jährigen Geschichte wurden maßgeschneiderte Dachziegel angefertigt.

Das Dillinger Kapuzinerkloster wurde in den Jahren 1695 bis 1699 erbaut. Seit 1803 befindet sich die Klosteranlage im Eigentum des Staates. Im Oktober 1991 gab der Orden der Kapuziner seine Dillinger Niederlassung auf. Daraufhin stand die Anlage bis auf das im Süden als „Gästehaus C“ weiter genutzte Gebäude leer. Dieses wurde damals, so wie heute nach der Sanierung, für Seminare verwendet. Durch die Sanierung wurden zusätzlich auch Unterbringungsmöglichkeiten für die Teilnehmer dieser Seminare geschaffen.

© Sienz, Kempten

Ausführliches Gestaltungskonzept

Planerisch federführend bei den Umbau- und Sanierungsarbeiten war der Architekt Dipl.-Ing. Theodor Merk vom Staatlichen Bauamt Krumbach. Mit der weitreichenden Sanierung der Anlage von 2010 bis 2013 hat man behutsam in die historische Bausubstanz eingegriffen und diese weitgehend erhalten. Man entschied sich für eine klare gestalterische Trennung zwischen der historischen Bausubstanz und den neuen Elementen.

© Sienz, Kempten

Sichtbare Eingriffe

Indem man für alle Ergänzungen Sichtbeton wählte, machte man die Eingriffe an der historischen Bausubstanz sichtbar. So ersetzen neue Kuben die ursprünglich vorhandenen historischen Anbauten, wie die an die Kirche südlich angebaute Pforte oder den Küchenanbau. Zwei neue Treppenhäuser ermöglichen die vertikale Erschließung. Das ursprüngliche Leitmotiv der Kapuziner, die „gebaute Armut“, wurde durch eine schlichte, puristische Gestaltung beibehalten. Darüber hinaus kamen Materialien mit regionalem oder örtlichem Bezug zum Einsatz, wie z. B. Naturstein sowie Möbel und Bodenbeläge aus Eichenholz.

© Sienz, Kempten

Individueller Biberschwanzziegel

Neben der Gebäudehülle wurde im Zuge der Sanierung auch die Dachdeckung des Klostertraktes erneuert. Entsprechend der historischen Vorgabe erfolgte die Deckung der insgesamt 1.100 m2 Dachfläche mit Biberschwanzziegeln in Doppeldeckung. Es kamen nur Dachziegel infrage, die in Größe und Oberflächenbeschaffenheit mit dem Original vergleichbar waren. Nach sorgfältiger Überlegung entschied man sich für individuell gefertigte Biberschwanzziegel, um ein authentisches Bild zu erreichen.

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Energetisch optimiert

Neben den gestalterischen Aspekten konzentrierten sich der Architekt und das Staatliche Bauamt Krumbach bei der Sanierung auch auf energetische Aspekte. Ein Energieausweis ist zwar aufgrund der historischen Bausubstanz nicht verpflichtend. Dennoch versuchte man auch im Hinblick auf zukünftige Nutzungen, die Energiebilanz des Gebäudes zu verbessern. Dies gelang durch ein Wärmedämmverbundsystem, dreifach verglaste Fenster und die Versorgung mit Fernwärme aus Biomasse.

Facts
  • Projektname
    Kapuzinerkloster in Dillingen, Germany
  • Architekt
    Dipl.-Ing. Theodor Merk, Staatliches Bauamt Krumbach
  • Bauherr
    Freistaat Bayern, vertreten durch das Staatliche Bauamt Krumbach
  • Verwendete Produkte

    Individuell gefertigter Koramic-Handstrich-Schlossbiber mit Korbbogenschnitt in naturrot
    Koramic-Firstziegel Nr. 21

  • Jahr der Fertigstellung
    2011

Dach

Individuell gefertigter Koramic-Handstrich-Schlossbiber mit Korbbogenschnitt in naturrot – Deutschland