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Ausgabe #19

ZWEITER FRÜHLING FÜR DIE PREUSSENSIEDLUNG

Mehrfamilienhaus

Wohnraum – vor allem aber Lebensraum – war in Ballungszentren schon immer knapp. Schon vor mehr als 100 Jahren kam man in Berlin auf die Idee, mit dem eigenen Heim gleich auch den eigenen Garten zu bieten. So entstand zwischen 1910 und 1913 die Preußensiedlung in Berlin-Altglienicke, Deutschland.
Wienerberger, Preussensiedlung, Berlin/Germany, Max Bel and Franz Clement (first construction phase), Hermann Muthesius (second construction phase) © Hermann Muthesius (1922)
© Herrmann Muthesius (1922)
Wienerberger, Preussensiedlung, Berlin/Germany, Max Bel and Franz Clement (first construction phase), Hermann Muthesius (second construction phase) © Markus Hoeft
© Markus Hoeft
Wienerberger, Preussensiedlung, Berlin/Germany, Max Bel and Franz Clement (first construction phase), Hermann Muthesius (second construction phase) © Markus Hoeft
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Wienerberger, Preussensiedlung, Berlin/Germany, Max Bel and Franz Clement (first construction phase), Hermann Muthesius (second construction phase) © Markus Hoeft
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ZWEITER FRÜHLING FÜR DIE PREUSSENSIEDLUNG

Mehrfamilienhaus

Wohnraum – vor allem aber Lebensraum – war in Ballungszentren schon immer knapp. Schon vor mehr als 100 Jahren kam man in Berlin auf die Idee, mit dem eigenen Heim gleich auch den eigenen Garten zu bieten. So entstand zwischen 1910 und 1913 die Preußensiedlung in Berlin-Altglienicke, Deutschland.

In zwei Bauabschnitten mit 45 kleinen Wohnhäusern samt eigenem Garten bauten die Architekten Max Bel und Franz Clement den ers­ten, der bekannte Werkbundarchitekt Hermann Muthesius den zwei­ten Teil. Es entstand der Prototyp der Gartenstadt: Wohnen im eigenen kleinen Haus, in nachbarschaftlicher Atmosphäre und im Grünen, aber mit direkter Anbindung an den Komfort der Großstadt ­- ein Wunsch der nach wie vor aktuell ist.

Wienerberger, Preussensiedlung, Berlin/Germany, Max Bel and Franz Clement (first construction phase), Hermann Muthesius (second construction phase) © Markus Hoeft
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KEIN KLASSISCHES RENDITEOBJEKT

Als klassisches Opfer der Wende verfiel die renommierte und teilweise denkmalgeschützte Siedlung jedoch zusehend. Mehrere Eigentümerwechsel und unattraktive Renditen verzögerten die längst überfällige Sanierung der Bauwerke. Dreiviertel der Landhäuser waren schon nicht mehr bewohnbar. Schließlich fand sich ein Investor, der eine Sanierungsplanung in Auftrag gab.

Wienerberger, Preussensiedlung, Berlin/Germany, Max Bel and Franz Clement (first construction phase), Hermann Muthesius (second construction phase) © Hermann Muthesius (1922)
© Herrmann Muthesius (1922)

INSTANDHALTUNG, NICHT  WIEDERHERSTELLUNG  

Bei der bereits 2012 abgeschlossenen Sanierung orientierte sich das mit der Planung und Durchführung beauftragte Berliner Büro Kubeneck Architekten an den Vorstellungen von Hermann Muthesius zum Thema Denkmalschutz: Das alleinige Ziel der Denkmalpflege sollte Instandhaltung, aber nicht Wiederherstellung sein. Das Neue sei zu kennzeichnen, aber „Ergänzungen im Sinne einer künstlerischen Vervollständigung von Verfallenem oder Fehlendem sind auf keinen Fall zulässig.“, so der Werk­bundarchitekt 1939 in „Kultur und Kunst“.

EINE SIEDLUNG – ZWEI KONZEPTE

Obwohl es sich um eine gemeinsame Siedlung handelt, entwickelte man zwei Konzepte. Denn der erste Bauabschnitt von Max Bel und Franz Clement, der 19 Wohnungen mit jeweils 55 m² in sieben Doppelhäusern umfasst, ist eher baugeschichtlich als architektonisch interessant. Hier griff man stärker in den Bestand ein, optimierte die Grundrisse und dämmte die Fassaden von außen. Den zweiten Bauabschnitt von Hermann Muthesius mit 26 Reihenhäusern, die er zu einem Wohnhof gebündelt hatte, wollte man so wenig wie möglich verändern. So dämmte man z. B. die Häuser von innen, um den Charakter der Fassaden mit dem groben Besenputz zu erhalten.

MODERNE BAUSTOFFE  –  TRADITIONELLE  DACHDECKER-KUNST

Was beide Sanierungskonzepte verbindet, ist die Erneuerung der Dächer. Hier kamen – passend zu dem jeweiligen Bauabschnitt – Dachziegel zum Einsatz, die den vorhandenen bzw. historischen For­men genau entsprachen. Gleichzeitig bieten die nunmehr verlegten Dachziegel die hohe Qualität moderner industrieller Fertigung. Bei der Verlegung vor Ort waren handwerkliche Fähigkeiten gefragt, die an die Tradition der hohen Dachdeckerkunst anknüpfen.

Wienerberger, Preussensiedlung, Berlin/Germany, Max Bel and Franz Clement (first construction phase), Hermann Muthesius (second construction phase) © Markus Hoeft
© Markus Hoeft
Facts
  • Projektname
    Preussensiedlung, Berlin, Germany
  • Architekt
    Max Bel and Franz Clement (first construction phase), Hermann Muthesius (second construction phase)
  • Bauherr
    Terraplan Grundstücksentwicklungsgesellschaft
  • Verwendete Produkte

    Koramic Berliner Biber Segmentschnitt naturrot, Koramic-Ziegel Cavus 14 naturrot

  • Jahr der Fertigstellung
    2012
Koramic Berliner Biber naturrot

Dach

Koramic Berliner Biber naturrot – Deutschland