Wenn Fassade und Gartenpflasterung eins werden
Das Architektenpaar Hans Weemaes und Karin Janssens von hk architecten aus Antwerpen gestaltet bereits seit 2005 gemeinsam charaktervolle Privatwohnhauser. Sowohl bei ihren Renovierungs- als auch bei ihren Neubauprojekten streben sie eine ausgewogene Einheit zwischen innen und außen, zwischen Wohnung und Umgebung, zwischen Wohnen, Arbeit und Entspannung an. Häufig gestalten sie dabei auch das Mobiliar und den Garten samt Terrassen und Pflasterung mit. Im Jahr 2009 entwarfen sie ein Einfamilienhaus in Brecht, bei dem sie ihrer architektonischen Vision freien Lauf lassen konnten. Es wurde ein auffallend unauffälliges Wohnhaus, bei dem straffe Volumen nahtlos und spielerisch ineinanderpassen und bei denen die Gartenpflasterung nicht von der Fassade unterschieden werden kann.
Monolithische Struktur, introvertierte Stimmung
Hans Weemaes: „Bei diesem Wohnhaus haben wir ein besonders straffes und monolithisches Erscheinungsbild angestrebt. Dabei wurde die Vorderfront, die nach Süden orientiert ist, relativ geschlossen gehalten. Die Privatsphäre auf der Vorderseite des Wohnhauses wird zusätzlich durch die Verwendung eines Claustrum-Giebels betont, das heißt vor die eigentliche Glasfläche im Obergeschoß wurde mit einigem Abstand eine Wandscheibe aus Klinkern gesetzt. Auf diese Weise entsteht vor dem Fenster eine Art schmaler Innenhof. Der dahinterliegende Arbeitsraum des Bauherrn im Obergeschoß genießt auf diese Art und Weise sanftes, gefiltertes Tageslicht, während der Einblick von außen unmöglich ist. An den drei anderen Seiten haben wir hingegen große Fensterflächen für einen maximalen Lichteinfall vorgesehen.“ Obwohl an der Außenseite straff monolithisch, kann man die Innenraumgestaltung als introvertiert bezeichnen. Niveauunterschiede zwischen Wohn- und Esszimmer im Erdgeschoß verstärken diesen Eindruck – genauso wie die diskrete Integration des Hauptschlafzimmers über den Garagen oder die als sozialer Treffpunkt gestaltete Gemeinschaftsterrasse für die beiden Kinderzimmer.
Straffe Fassade mit spielerischen Elementen
Die repetitiven Öffnungen in den Claustren sorgen für ein schönes und verspieltes rhythmisches Muster, das besonders gut mit der verwendeten Fugentechnik harmoniert. Ursprünglich wollte man die Fassadenklinker verkleben, der Bauherr entschied sich letztendlich aber dagegen. So wurden die Fassaden schließlich traditionell mit schwarzem Mörtel gemauert. Die liegenden Fugen wurden ausgekratzt. Gemeinsam mit dem Wildverband sorgt dies für ein subtiles horizontales Linienspiel.
Der Weg fließt in die Mauer über Von der Straße aus führt ein Weg aus Pflasterklinkern zum Wohnhaus. Der Weg wird von Bepflanzungen flankiert, die von Dolomit-Flachen abgewechselt wird. Der Übergang vom Weg zum Wohnhaus wird durch einen erhöhten Abschnitt gebildet, der zum versenkten Eingang führt.
Hans Weemaes: „Für die Fassaden hatten wir Forum Ombra WF gewählt. Für die Gartenpflasterung suchten wir einen
Pflasterklinker, der in Hinblick auf Farbe, Format und Aussehen perfekt dazu passt, um den monolithischen Aspekt des Wohnhauses zu verstärken. Es wurde der Terca Crea Nero im Waalformat verwendet. Beide Klinker sind kaum voneinander zu unterscheiden. Und wir haben die gestalterische Linie durchgezogen, indem wir auch die Pflasterklinker im Wildverband platziert haben, genauso wie die Fassadenklinker.
Sowohl beim Weg als auch beim erhöhten Eingangsteil wurden die Aufkantungen in Fassadenklinkern gemauert, auf Beton platziert und verfugt. So erhielt man eine Art Betonwanne, die mit den Terrassenklinkern gefüllt wurde. Diese wurden ohne Fuge und im Wildverband auf einem Sandbett platziert. Auch auf der Ruckseite am Wohn- und Esszimmer wurden schmale Terrassen angelegt. Insgesamt wurden rund 45 Quadratmeter Pflasterklinker verarbeitet.“ Die gelungene Kombination von Fassaden- und Pflasterklinkern strahlt Ruhe und Kraft aus, die dem fundierten und durchdachten architektonischen Konzept eigen ist.
- Projekt:
- Einfamilienhaus, Brecht
- Architekt:
- hk architecten, Antwerpen
- Bauherr:
- Privat
- Verwendete Pflasterklinker:
- Terca Crea Nero WF
- Verfügbare Formate:
- 200 x 50 x 88 mm (WF), 200 x 65 x 88 mm (DF), 202 x 99 x 73 mm
- Verwendete Fassadenklinker:
- Forum Ombra WF
- Verlegte Fläche:
- 45m²
- Fertigstellung des Projekts:
- 2010
- Fotograf:
- Kevin Lecointre













